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19.12.2025

Kleine Maßnahmen-große Wirkung

Wie kann es gelingen, in der Hauswirtschaft CO2 zu reduzieren? Auch wenn Reinigungsmittel nur einen relativ geringen Teil am CO2-Gesamtaufkommen ausmachen, lohnt sich hier ein kritischer Blick.

Problem: Durchschnittlich 3.731 Tonnen CO2 werden pro Jahr durch eine stat. Pflegeeinrichtung verursacht. Das entspricht einem CO2-Aufkommen von 4,2 Tonnen CO2 pro Pflegeplatz (Quelle: NiNo GmbH, 2023). CO2 entsteht überall dort, wo Ressourcen eingesetzt werden, um die Dienstleistung erbringen zu können: angefangen von der Anfahrt der Mitarbeitenden in die Einrichtung, der Verbrauch an Strom, Heizung und Wasser, die Zubereitung und Ausgabe von Speisen und auch durch Verbrauch von Reinigungs-, Wasch- und Desinfektionsmitteln.

Lösung: Neben einer zugewandten und ganzheitlichen Umsorgung sowie einer ausgewogenen, schmackhaften Verpflegung von BewohnerInnen spielen Sauberkeit und Hygiene eine große Rolle in Einrichtungen der stationären Pflege: sie sorgen für ein Rund- um Wohlgefühl der BewohnerInnen und schützen die sensible Personengruppe, Angehörige und Mitarbeitende. Die Verwendung von Desinfektions-, Reinigungs- und Waschmitteln trägt, wenn auch nur geringfügig, zum Gesamtaufkommen an CO2 bei.

Benchmarks bieten anschauliche Einordnungen

Aufschluss darüber, wie hoch der Anteil der Desinfektions-, Reinigungs- und Waschmittel am Gesamt- CO2 – Aufkommen ist, gibt die Erstellung einer CO2-Bilanz für die stat. Pflegeeinrichtung. Erfasst werden Flüssigseifen, Reinigungsmittel, Wasch- und Desinfektionsmittel. Dabei interessiert auch, ob die verwendeten Produkte einen anerkannten Ökostandard einhalten und ob Konzentrate verwendet werden. Im Fokus der Auswertung stehen dann vor allem die verbrauchten Mengen an Flüssigseifen, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln pro Pflegeplatz, sowie bei Reinigungsmitteln die verwendete Menge pro m2. Über ein Benchmark ist eine Einordnung des eigenen Ergebnisses im Vergleich mit anderen Pflegeinrichtungen anschaulich gegeben. Durchschnittlich fallen zur Reinigung von 1 m2 Fläche 0,89kg CO2 an (Quelle: NiNo GmbH, 2023). Möglichkeiten zur CO2-Reduktion ergeben sich vor allem durch die Reduktion der verwendeten Mengen: Konzentrate sind ergiebiger und passgenauer zu dosieren- ein doppelter Effekt, der neben der Umweltwirkung, auch den Geldbeutel schont. Zudem empfehlen sich Reinigungs- und Waschmittel mit Ökostandards. Sie hinterlassen weniger schädliche Stoffe sowohl bei der Erzeugung, der Verwendung als auch der Entsorgung. Konkret ergibt sich daraus ein Einsparpotenzial pro 1m2 Fläche von 37% bei Verwendung von Produkten mit Ökostandrad und gleichzeitiger Reduktion von 20% der verwendeten Mengen. Das CO2-Aufkommen pro 1 m2 Fläche sinkt damit auf 0,56 kg CO2.

Tipps für die Praxis

  • Verwenden Sie Reinigungsmittelkonzentrate: sie schonen den Geldbeutel und die Umwelt, da sie mit weniger Verpackung auskommen und passgenauer dosiert werden können.
  • Verwenden Sie Produkte mit Umweltsiegeln: So ist sichergestellt, dass die verwendeten Bestandteile biologisch abbaubar und verträglich sind.
  • Bestellen Sie Ihre Reinigungsmittel in größeren Chargen: damit sparen Sie Lieferkosten und schonen die Umwelt durch weniger Emissionen, die durch die Anlieferung verursacht werden.

Autorin: Sonja Knoll, Geschäftsführung NiNo GmbH, mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Altenheim, Ausgabe 11/2025