34 Prozent CO₂ entstehen pro Pflegeplatz allein in der Verpflegung
Zu einer nachhaltigeren und klimafreundlicheren Leistungserbringung können alle Beteiligten beitragen. Die Erstellung einer CO₂-Bilanz gibt Aufschluss darüber, wo Maßnahmen besonders wirkungsvoll sind.

Problem
Während der Handabdruck die positiven Auswirkungen der Dienstleistungserbringung am Menschen in der stationären Pflege beschreibt, berechnet der CO₂-Fußabdruck die Höhe des durch die Dienstleistung verursachten CO₂-Aufkommens. Pflegeheime zählen neben Kliniken und Krankenhäusern zu den größten Emittenten von CO₂. Durchschnittlich entstehen in einer stationären Pflegeeinrichtung jährlich 3.731 Tonnen CO₂, wie die Nino GmbH ermittelt hat. Dies entspricht einem CO₂-Aufkommen von 4,2 Tonnen CO₂ pro Pflegeplatz.
Lösung
Die Erstellung einer CO₂-Bilanz gibt Aufschluss darüber, wo die Emissionen in der Einrichtung anfallen und wie das Aufkommen wirkungsvoll reduziert werden kann. Sie bildet das Fundament für ein umfassendes Verständnis der entstehenden Emissionen und dient als Grundlage für gezielte Reduktionsmaßnahmen. Die erstellte CO₂-Bilanz weist im Ergebnis neben dem Gesamt-CO₂-Aufkommen der bilanzierten Einrichtung das emittierte CO₂ in den relevanten Teilbereichen Heizenergie, Strom, Mobilität, Materialverbrauch und Verpflegung aus.
Das CO₂-Aufkommen kann durch entsprechende Maßnahmen in sämtlichen Bereichen deutlich gesenkt werden. Im Teilbereich Strom bietet sich zunächst an, den Stromtarif auf den Anteil an Ökostrom zu überprüfen oder ganz auf Ökostrom umzustellen. Aber auch beim Nutzer:innenverhalten lässt sich ansetzen: Geräte wie PCs oder Fernseher beim Nichtgebrauch ganz ausschalten und nicht im Standby-Modus belassen oder das Licht beim Verlassen der Räume ausschalten, zeigen Wirkung. Ähnlich verhält es sich im Teilbereich Heizenergie. Das Nutzer:innenverhalten nimmt entscheidenden Einfluss auf den Verbrauch des verwendeten Heizmittels. Es empfiehlt sich Stoßlüften, statt Fenster dauerhaft auf Kippschaltung zu belassen, die Heizkörper sind beim Lüften zuzudrehen und es ist darauf zu achten, dass aus dem Wasserhahn nicht ungenutzt warmes Wasser läuft.
Abschließend kann festgehalten werden: Weniger Verbrauch heißt immer auch weniger CO₂-Aufkommen und senkt zudem die Nebenkostenabrechnung. Besonders wirkungsvoll sind Maßnahmen im Bereich der Verpflegung und des Materialverbrauchs: Durchschnittlich 41 Prozent der Gesamtemissionen entfallen auf diese Teilbereiche, zu denen auch Reinigungsmittel und Pflegematerialien zählen.
Tipps für die Praxis
- Die Erstellung einer CO₂-Bilanz ist der erste Schritt zur Reduktion des CO₂-Aufkommens. Sie gibt Aufschluss darüber, wo in Ihrer Pflegeeinrichtung wie viel CO₂ entsteht.
- Bilden Sie ein Team aus interessierten Mitarbeitenden, um dieses Vorhaben anzugehen.
- Nutzen Sie die Ergebnisse Ihrer CO₂-Bilanz für die Identifikation wirkungsvoller Klimaschutzmaßnahmen in Ihrer Einrichtung.
Artikel von Sonja Knoll, Geschäftsleitung bei NiNo GmbH, mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „Altenheim 09/25“.